Home | Über uns | Kontakt | Warenkorb anschauen | Zur Kasse     Gesamtbetrag Warenkorb EUR  €0.00    

Navigation
Weitere Links

    SCHRIFTSTELLER - 
      AUSBILDUNG START
  
    Schriftsteller-Ausbildung: 
      Fragen & Antworten
  
    Schriftsteller-Ausbildung: 
      Das Abenteuer beginnt
  
    Ghostwriter gesucht?
  
    Sachbuch schreiben
  
    Werbetexte schreiben
  
    Crash-Kurs: Reden schreiben
  
    Journalistische Texte schreiben
  
    Hilfe! Mein Manuskript
      wurde abgelehnt
  
    WIE FINDE ICH EINEN VERLEGER
  
    Spezial-Report
      Verlags-Verträge
  
    Die Autoren-Biographie
  
    ALLES AUF EINEN BLICK
  
    Drehbuch schreiben
  
    Gedichte schreiben
  
    Krimis schreiben
  
    Science Fiction schreiben
  
    Kinder- und Jugendbücher
      schreiben
  
    Essays schreiben
  
    Texten für das Internet
  
    SPIELERISCH DEN WORTSCHATZ
      ERWEITERN
  
    Wie Sie eine wirklich spannende
        Geschichte schreiben
  
    Die Kunst der Recherche
  
    Wie man einen Helden erschafft
  
    Wie schreibe ich einen
      Bestseller
  
    Lektorat und Korrektur
  
    SHAKESPEARES SECRETS
  
    Goethes 4 Erfolgs-Faktoren
  
    Friedrich Schiller
  
    Sinclair Lewis' Schreibgeheimnis
  
    Thomas Mann, eine Weltkarriere
  
    Ratschläge von Hermann Hesse
  
    Geheimdossier James Bond
  
    Dan Brown: Der da Vinci Code
  
    22 Geschäftsideen mit dem
      Schreiben Geld zu verdienen
  
    Spezial-Report
      Verlags-Gründung
  
    In Grössenordnungen Bücher
      verkaufen
  
    Die Bibel des finanziellen Erfolgs
  
    Macht und Magie der Public Relations
  
    Das Geheimnis der Kreativität
  
    Top-Secret: Wie Bestseller-
      Listen manipuliert werden
  
    Schreibblockaden überwinden
  
    Fragen und Antworten
  
    Wir über uns
  
    Kontakt
  
    Home
  
    Horst (Ha. A.) Mehler
  
    Presseberichte
  



Aufnahme in unsere Email Liste

Name:
Email:

 
 
  
THOMAS MANN, EINE WELTKARRIERE
 
Was angehende Autoren von Thomas Mann lernen können

von Ha. A. Mehler
 
Er war der berühmteste deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts und in puncto Erfolg ein Phänomen: Thomas Mann. Er heimste geradezu mit der größten Selbstverständlichkeit den Nobelpreis für Literatur ein und schrieb einen Bestseller nach dem anderen, etwas, wovon andere Autoren nur träumen können. Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, er war in den USA genau so beliebt und berühmt wie in mindestens dreißig anderen Ländern.
Wie ist eine solche Weltkarriere planbar?
Überall, überall wurde Thomas Mann eingeladen, Vorträge zu halten, in nahezu allen bedeutenden deutschen Städten und in zahlreichen Universitätsstädten der Welt. Die Zahl der Ehrendoktorwürden, die ihm angetragen wurden, lassen sich kaum mehr zählen, der „Zauberer“, wie er auch genannt wurde, wurde von einer unvergleichlichen Erfolgswelle nach oben getragen, die niemals aufzuhören schien. Die Ehrungen waren so zahlreich, dass man sie nicht alle auflisten kann. Er wurde mit Huldigungen überschüttet, selbst gekrönte Häupter ließen es sich angelegen sein, ihn einzuladen und schätzten sich glücklich, ihn zu seinen Freunden zu zählen, wie etwa der amerikanische Präsident Theodore Roosevelt, der ihn mehrmals ins Weiße Haus einlud. Die intellektuelle und künstlerische Elite der Welt, von Albert Einstein bis Hermann Hesse, von Gerhard Hauptmann bis Jean-Paul Sartre, von Marc Chagall bis Pablo Picasso, zählten zu seinen persönlichen Freunden. Seine Geburtsstadt Lübeck ernannte ihn zum Ehrenbürger und die Deutsche Akademie der Künste in Berlin zu ihrem Ehrenmitglied. Diesseits und jenseits des Großen Teiches wurden noch zu seinen Lebzeiten Thomas-Mann-Archive aufgebaut. 
Wie ist ein solcher Erfolg verstehbar?
Sein letzter Geburtstag, der 80. Geburtstag, erregte das Interesse der gesamten kulturellen Welt. Delegationen aus der Schweiz, aus beiden deutschen Staaten und aus zahlreichen anderen Ländern pilgerten demütig zu ihm, um ihm persönlich Glück zu wünschen, abgesehen von Tausenden von Telegrammen, Gratulationen, Briefen, Geschenken und Huldigungen. Büsten von Thomas Mann wurden noch zu Lebzeiten erstellt, Ausgaben aller seiner Werke herausgegeben und Hommagen zu Hunderten verfasst.
Glückwünsche von Staatsoberhäuptern trafen aus aller Welt ein. Mit Thomas Mann zu korrespondieren bedeutete, mit einem der größten Meinungsführer Deutschlands zu sprechen. Außenminister besuchten den Weltbestsellerautor und sonnten sich im Glanz seines Ruhmes. Rektoren zahlreicher Universitäten verbeugten sich bis zum Boden, wenn sie von Thomas Mann sprachen und bettelten um ein paar Zeilen. Denn seine Bücher verkauften sich und verkauften sich und verkauften sich…
Was war das Geheimnis des Zauberers?
 
ERSTE ERFOLGSGEHEIMNISSE
Tatsächlich könnte man mehrere Erfolgsgeheimnisse auflisten, wenn man dem Phänomen Thomas Mann auf der Spur ist. So könnte man lakonisch und ein wenig neidisch darauf verweisen, dass es ihm ein kleines Erbe ermöglichte, von Anfang an den Künstler und Schriftsteller zu spielen, während andere sich abrackern mussten, um etwas zu beißen zu haben.
Man könnte weiter darauf verweisen, dass er in München geschickt die ersten Fäden knüpfte, frühzeitig in den interessanten Zirkeln zu Hause war und also zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn München war die heimliche Hauptstadt der Künste.
Und soviel ist korrekt: Wenn Sie, der angehende Autor, nicht in der „richtigen“ Umgebung nach Erfolg suchen, sind Sie normalerweise zum Misserfolg verdammt.
Was also sollten Sie tun?
Nun, treffen Sie die Entscheidung, an Orten zugegen zu sein, wo das literarische Leben pulsiert. Setzen Sie sich mit den „richtigen“ Leuten zusammen. Tun Sie alles, aber auch wirklich alles, damit Sie mit Meinungsführern, die mit Ihren (literarischen) Zielen zu tun haben, plaudern können.
Sie verstehen?
 
Es gibt einen hervorragenden jüdischen Witz, der „Erfolg“ besser als tausend Anekdoten illustriert; er lautet wie folgt:
Moshe möchte im Lotto gewinnen. Also pilgert er brav und fromm in eine Synagoge, um Gott um einen Lottogewinn zu bitten. Tatsächlich pilgert er jeden Tag in die Synagoge und betet so eifrig wie kein zweiter. Und eines Tages passiert es: Das Dach der Synagoge öffnet sich. Und eine donnernde Stimme spricht aus den Wolken, Gottvater persönlich! Er spricht hernieder zu Moshe: „Moshe, ich würde dich ja gerne gewinnen lassen, aber du musst zumindest auch einmal Lotto spielen!“
 
Mit anderen Worten: Wenn Sie nicht am richtigen Ort und zur richtigen Zeit sind, wenn Sie sich nicht bemühen, in Kontakt mit literarischen Meinungsführern zu kommen, wenn Sie sich nicht ein Bein herausreißen, um mit Verlegern, Lektoren, anderen Federfuchsern, Leuten, die angehenden Autoren helfen, Schreibwerkstätten, Hochschullehrern, die vielleicht einen „Draht“ in die Verlagsszene haben, Redakteuren und dem ganzen ungeheuren Betrieb, der sich um die Schreibszene rankt, in Kontakt zu kommen, können Sie nur verlieren!
Sie müssen sich bewegen, Sie müssen „raus“, wie man umgangssprachlich so schön sagt. Sie müssen Ihren Hintern bewegen und dürfen nicht glauben, dass Schriftsteller gebacken werden, indem Sie im Hinterzimmer ein paar hübsche Reime schmieden. Sie müssen in das pralle Leben. Sie sollten ins Theater gehen, den Kontakt zu Schriftstellern, Musikern und Malern suchen (wie das Thomas Mann tat), den Kontakt zur „Kultur“, meinetwegen zum Kulturdezernat der Stadt, mein Gott, die Welt ist voll von diesen Bohemiens und „Künstlern“, Kleinverlegern und Möchtegernartisten, deren Erfahrung Ihnen alle dienen können!
Um Erfolg zu haben, müssen Sie mit anderen Worten Ihre Kommunikationsmenge unvorstellbar erhöhen – aber Sie müssen Sie in die richtige Richtung erhöhen.
Das heisst, wenn Sie das „Spiel Schriftsteller“ nicht wirklich spielen, können Sie nur verlieren. Sie müssen sich selbst eine Chance geben! Dazu aber gehört es, die entsprechenden Szenen kennenzulernen, sich hier einzunisten, dort den Schnabel zu wetzen und vor allem zuzuhören.
 
Dieser Rat gilt für alle Arten von Autoren, auch Drehbuchautoren.
Himmel, wie viele Jungfüchse träumen nicht davon, ein Drehbuch zu schreiben und unterzubringen! Auf unserer Website schnüffeln jeden Tag ein paar Hundert herum, die glauben, den billigen, preiswerten Rat abschnappen zu können, der ihnen die ewige Seligkeit gratis per Haus liefert. Verdammt, warum bewegen Sie nicht ihren Hintern und kontaktieren eine der rund 400 Filmfirmen, die es in Deutschland gibt, klopfen dort an und stellen sich vor?
Warum arbeiten Sie nicht als Beleuchter eine Weile - ein Job, den jede Filmcrew braucht - oder meinetwegen als Tonmann, damit sie mit den richtigen Leuten in Kontakt kommen und die Atmosphäre ein wenig kennenlernen?
Man muss also mit anderen Worten die Luft schnuppern, in der literarische Erfolge gebacken werden, man muss sich in der richtigen Umgebung befinden, Sie müssen sich die richtige Umgebung aussuchen!
 
Nicht anderes ging Thomas Mann vor, als er nach München zog, denn hier spielte die Musik. Nun muss man der Wahrheit indes die Ehre geben und zugestehen, dass es noch andere, wichtigere Gründe für diesen beispiellosen Erfolg gab.
Graben wir tiefer.
 
DIE BUDDENBROOKS
Wir könnten an dieser Stelle auf zahlreiche Werke von Thomas Mann deuten und damit demonstrieren, dass wir unser Germanistikstudium brav und artig absolviert haben und alles genau herzubeten vermögen, aber es brächte nicht viel.
Ja, Thomas Mann machte Furore mit dem Tonio Kröger und dem Zauberberg.
Ja, er errang dichterische Lorbeeren mit seinen Joseph-Romanen, Felix Krull und mit dem Doktor Faustus. Und doch lenken all diese Erfolge von dem eigentlichen, dem unvorstellbaren Ersterfolg ab: den Buddenbrooks. Will man den riesigen Erfolg Manns wirklich verstehen, müssen wir hier in der Analyse ansetzen.
Drehen wir das Rad zurück und versuchen wir, zu verstehen, was passiert war.
Thomas Mann hatte bereits mit einem gewissen, aber nicht überragendem Erfolg ein paar Novellen veröffentlicht.
Im Jahre 1898 schließlich war im S. Fischer Verlag ein weiteres Novellen-Bändchen mit dem Titel Der kleine Herr Friedemann erschienen. Der Verleger selbst, Samuel Fischer, hatte den Autor, Thomas Mann, daraufhin aufgefordert, einen ganzen Roman zu schreiben. Der junge Tintenkleckser krempelte die Ärmel auf und stürzte sich unmittelbar in die Arbeit.
Im Jahre 1900 war der Roman fertig, veröffentlicht wurde er im Jahre 1901. Die Auflage war bescheiden, sie betrug 1.000 Exemplare. Der Verkauf war beschämend, denn der Preis für das Buch war zu hoch.
Der Verleger war indes weitsichtig und mutig genug, eine neue Ausgabe herauszugeben, zu einem niedrigeren Preis, der endlich den ersehnten Erfolg brachte. Bis zum Jahre 1918 wurden 100.000 Exemplare verkauft, aber die Nachfrage nach dem Buch hörte nicht auf. Zahlreiche Übersetzungen erschienen. Und in Deutschland wurde eines Tages die Millionengrenze überschritten. 1929 erhielt Thomas Mann für die Buddenbrooks schließlich sogar den Nobelpreis für Literatur. Bis heute wurde das Werk rund sechs Millionen Mal verkauft und in mehr als 30 Sprachen übersetzt.
Bingo!
 
Um es kurz zu machen: Die Buddenbrooks machten Thomas Mann weltberühmt, nichts anderes! Dieses Buch markierte den Durchbruch, das war Punkt, von dem aus der Autor die Welt aus den Angeln hob!
Die Buddenbrooks beschreiben den Aufstieg und Fall einer Kaufmannsfamilie, theoretisch nichts Besonderes. Warum wurde es trotzdem solch ein berauschender Erfolg?
 
ERFOLGS-ANALYSE EINES WELTBESTSELLERS
Es gibt wenigsten drei genaue Gründe, die die Buddenbrooks in die Hitlisten katapultierten. Der erste, sehr offensichtliche und nicht schwer kopierbare Grund, bestand in der exzellenten Recherche.
Sprich Thomas Mann siedelte seinen Roman in einem Milieu an, das er kannte wie seine Westentasche: dem gehobenen Kaufmannsmilieu Lübecks. Da er seine gesamte Kindheit und Jugend in Lübeck in einer Kaufmannsfamilie verbracht hatte, konnte er hier die Details beschreiben wie kein zweiter.
Der Rat, der jungen Autoren gerne gegeben wird: Schreiben Sie über das, was Sie kennen, ist also richtig!
Aber Thomas Mann ging weiter: Tatsächlich recherchierte er wie besessen, bevor er seinen Roman begann: Er legte lange chronologische Namenslisten an, holte bei Verwandten Informationen über Ereignisse ein, recherchierte die Schauplätze und Orte seines Romans genau durch, sammelte Anekdoten und lustige Aussprüche, ja er recherchierte sogar Redewendungen lokaler Färbung. Um dem Roman wirklich Realitätsnähe zu verleihen, wandte er seine ganze Aufmerksamkeit immer wieder der Sprache zu. Die Sprache der Patrizier und gehobenen Klasse wurde durchrecherchiert, aber auch die Sprache der Köche etwa, die er brauchte, um Rezepte genau zu beschreiben. Nicht anders als Shakespeare oder Jack London recherchierte er Sprache in einer Intensität, die seinesgleichen sucht.
Lustige Aussprüche, Redewendungen, alles, alles wurde sorgfältig zusammengetragen, mit einem Bienenfleiß.
Dadurch schuf  Thomas Mann „Atmosphäre“, wie das gern so schön unverbindlich genannt wird, er schuf „Wirklichkeitsnähe“.
 
Der zweite Erfolgsfaktor bestand zweifellos darin, dass er die Figuren scharf zeichnete. Seine Gestalten sind identifizierbar, sie sind „wirklich“, sie sind genau ausgeschnitten an den Ecken und Enden sozusagen, sie sind typisch.
Figuren, Figuren, Figuren – das ist der Saft, aus dem Erfolg gebacken wird, denn der Leser will sich mit den Figuren identifizieren, er möchte Gestalten aus Fleisch und Blut, er möchte sie anfassen gewissermaßen und mit ihnen leiden und lachen. Er möchte Figuren abgrundtief hassen oder sie herzinnigst lieben, er möchte mit ihnen sterben und leben.
Erfahrene Verleger strapazieren bis heute vor allem ein Kriterium, wenn sie die Qualität eines Romans beurteilen: Kann der Autor lebensechte, typische Figuren erschaffen – oder nicht?  
 
Der dritte Erfolgsfaktor schließlich scheint auf den ersten Blick schwer festzumachen zu sein: Es handelt sich um den Stil.
Vorab zu diesem Thema soviel: Über nichts wurde mehr Unsinn geredet als über den Stil, ein Ausdruck, der alles und nichts bedeutet. „Stil“, das ist „die Schreibweise eines Dichters“, belehrt uns das Wörterbuch. Faule oder törichte Lektoren verweisen gern auf die mindere Qualität des Stils, wenn sie ein Werk ablehnen, was jedoch wenig konkret ist. Er ist nicht anfassbar, es ist ein Allgemeinplatz, und, wichtiger: es hilft dem angehenden Autor nicht, wenn jemand an seinem Stil herummäkelt, ohne zu definieren, was es damit genau auf sich hat.
„Stil“ setzt sich zusammen aus Satzbau, Wortwahl und Emotion, könnte man etwas präziser sagen, wodurch wir diesem Begriff etwas von seinem falschen, heiligen Nimbus nehmen. Weiter spielen die subjektive Geschwindigkeit (des Schreibens und der Handlung), Thematiken, Inhalte und die Vorliebe für bestimmte formale Techniken in diesen vielbeschriebenen Stil mit hinein. Der Stil ist die persönliche Handschrift eines Autors, die im Idealfall unverwechselbar ist (und Leser begeistert).
Eine ganze Menge Kriterien also!
Der springende Punkt ist: nicht nur Formales bestimmt den Stil, sondern auch Inhaltliches, ja sogar subjektive Schreibgewohnheiten.
Genau in diesem Punkt irren Wörterbücher also beziehungsweise sie greifen zu kurz, wenn sie den Stil zu beschreiben versuchen!
Aber halten wir es einfach:
Wenn Sie einen erklecklichen Wortschatz haben, mit dem Satzbau souverän jonglieren können (ohne dass es auf Kosten der Verständlichkeit geht) und in der Lage sind, nach Belieben eine bestimmte Emotion zu zaubern, verfügen Sie bereits über einen erkennbaren, identifizierbaren, persönlichen Stil, eine persönliche Handschrift also.
 
Was also war der Stil Thomas Manns?
Es sei an dieser Stelle nicht verheimlicht, dass sich viele berufene Geister daran versucht haben, den Stil dieses Weltbestsellerautors zu analysieren.
Man sprach von seinem „gravitätisch-verschmitzten Stil“, seinem „goethisch-fontanesken Stil“, seinem „bildungsbürgerlichen Stil“ und seinem „ironischen Stil“. Unter anderem!
 
Nun fangen Sie damit einmal etwas an!
Etwas weniger geschwollen ausgedrückt wird damit folgendes gesagt:
○ Thomas Mann kannte sich in Literatur, Kunst, Musik und in Sachen Kultur überhaupt hervorragend aus und verwandte dieses Wissen schamlos, was in diesem Kontext als Kompliment zu werten ist.
○ Mann versuchte, wie Goethe, ausgewogen, abgeklärt und weise zu erscheinen, er sprach mitunter zum Beispiel gern in halben Dichotomien, sprich er nahm in einem Nebensatz ein wenig das zurück, was er im vorhergehenden Hauptsatz gerade behauptet hatte – was ein Exempel für eine Satzkonstruktion wäre, die sich bemüht, „ausgewogen“ zu formulieren.
○ Thomas Mann war schließlich ein Meister der feinen und leisen Ironie, er kannte sich mit anderen Worten in Humortechniken aus; er ließ den Leser gerne schmunzeln.
○ Darüber hinaus ließ es Mann fließen, fließen, fließen, auch das prägt einen Stil. Bücher, ursprünglich als kurze Novellen konzipiert, entarteten bei ihm fast immer zu dicken Romanen; der Autor arbeitete regelmäßig und viel. Weiter konnte Thomas Mann genauestens beobachten, und nur die genaueste Beobachtung befähigt dazu, auch genaueste Beschreibungen zu liefern.
○ Schließlich gehört auch die Wortwahl zum Stil, wie wir bereits ausgeführt haben. Thomas Mann suchte und kramte manchmal wochenlang nach einem einzigen passenden Wort!
All das (und vielleicht noch einiges mehr) machte diesen typischen, unverwechselbaren Stil unseres Weltbestseller-Autors aus. Den Begriff Stil muss man also in seine Bestandteile zerlegen, wenn man dem „Geheimnis eines guten Stils“ auf die Schliche kommen will.
 
Wen wir gezwungen würden, eine (völlig subjektive) Hierarchie dieser drei Erfolgsformeln der Buddenbrooks vorzustellen, wäre dies das Ergebnis:
1. Am wichtigsten war die minutiöse Recherche, gefolgt von den
2. mit äußerster Sorgfalt gezeichneten Figuren, gefolgt von dem 
3. unverwechselbaren Stil, dessen erste und zweite Besonderheit unseres Erachtens die Ironie und der große Horizont der Wörter ist.
 
ANWENDUNG
Mit diesen Erfolgsgeheimnissen haben Sie Thomas Mann sozusagen im Sack oder, bescheidener gesagt, die Geheimnisse eines Weltbestseller-Autors zumindest im Ansatz entschlüsselt. Sie haben sich ihm ein wenig angenähert und durch das Schlüsselloch in sein Arbeitszimmer geblinzelt. Sie haben im guten Sinne ein wenig spioniert und wissen jetzt, in welche Richtung Sie denken und arbeiten müssen, wenn Sie es Thomas Mann nachtun wollen.
 
Arbeiten Sie zu Beginn vor allem an dem Faktor Recherche, sprich knien Sie sich in ein Fachgebiet, das Sie wirklich interessiert! Lesen Sie hierüber alles unter der Sonne, denn dann können Sie mit einem Wissensvorsprung glänzen, der Ihnen hilft, Ihre Leser bei der Stange zu halten.
Warum sollte man Ihnen auch nur zuhören, wenn Sie nichts Neues zu sagen haben oder zumindest etwas berichten können, was man im Allgemeinen nicht weiß?
Wenn Sie nur diese eine Erkenntnis wirklich verdaut haben und konsequent anwenden, bewegen Sie sich als angehender Autor bereits in die richtige Richtung.
 
 
An weiteren Informationen interessiert?
Lesen Sie: „Wie schreibe ich einen Bestseller“, erhältlich auf dieser Website. 
Klicken Sie hier!
 
 
 
 
 
  
 
  



Sie sind Besucher

11892


© Copyright 2017 ProfessionellSchreiben Alle Rechte vorbehalten
© Copyright 2017 PowerWebsites.com Alle Rechte vorbehalten
Warenkorbsoftware von PowerWebsites.com